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Was ist passiv am Passivhaus?

Die Heizung – denn hauptsächlich heizt sich das Passivhaus selbst: durch Wärmegewinne, so dass nur noch eine minimale Restheizung benötigt wird. Die Voraussetzungen dazu schaffen die ausgezeichnete Wärmedämmung und die hocheffiziente Wärmerückgewinnung. Die Wärme bleibt im Haus und muss nicht mehr aktiv zurückgeführt werden.

Gibt es ein Grundkonzept der Technik im Passivhaus?

In der Technik werden passive Vorgänge wie dieser gern genutzt, um sicher, zuverlässig und mit geringem Aufwand ein Ziel zu erreichen. Der technische Fachbegriff „passiv“ bezeichnet eine solche Strategie: „passive Sicherheit“, „passiver Filter“, „passive Kühlung“ und „Passivhaus“ sind Beispiele für eine erfolgreiche Umsetzung dieses Prinzips. Natürlich sind all diese technischen Anwendungen nicht in strengem Sinn ausschließlich „passiv“ – geringfügige Eingriffe sind unverzichtbar, um die jeweiligen Prozesse erst einmal in die gewünschte Richtung zu bringen. Es geht eben nicht darum, sich dem Geschehen „passiv auszuliefern“, sondern gerade um eine intelligente Steuerung von Abläufen, die ein Ziel ohne großen Aufwand, eben „wie von selbst“, ansteuern.

Muss ein Haus nicht atmen?

Warum luftdicht bauen? Der Luftaustausch über Ritzen und Fugen reicht für eine hygienische Raumluftqualität nicht aus und ist nicht zuverlässig. Neben unnötigen und unkontrollierbaren Wärmverlusten können undichte Stellen auch zu Bauschäden führen. Bei von innen nach außen durchströmten Fugen schlägt sich Wasserdampf aus der feuchten Innenluft nieder und kann zu Durchfeuchtung und Schimmelbildung der Konstruktion führen. Solche Probleme werden mit der luftdichten Bauweise des Passivhauses vermieden.

Darf ich im Passivhaus die Fenster öffnen?

Ja!  Aber Sie müssen nicht. Jedes Haus muss gelüftet werden, traditionell über geöffnete Fenster, im Passivhaus über  eine steuerbare  Lüftungsanlage. Die traditionelle Fensterlüftung erfordert die ständige Aufmerksamkeit und Aktivität der Bewohner. Wegen anhaltender Geruchs- und Feuchteabgaben (z.B. aus Handtüchern, Pflanzen, Kleidung) müssten Fenster eigentlich auch nachts und bei Abwesenheit geöffnet und geschlossen werden. Das geht nicht. Tatsächlich werden die meisten Wohnungen nur unzureichend gelüftet. im Passivhaus kommt immer ausreichend Luft über die Lüftungsanlage.  Das hat viele Vorteile: Sie verspüren keine Zugluft oder kalte Ecken im Haus und haben ständig frische Luft: Schmutz, Pollen und Aerosole bleiben dank Feinfilter draußen; ein  hygienisches Raumklima wird ohne Aufwand und auch bei Abwesenheit garantiert.

Im Winter sollten allerdings die Fenster nicht über längere Zeit offen stehen, denn das führt - wie bei allen Häusern - dazu, dass die Raumlufttemperatur spürbar abkühlt und der Heizwärmebedarf ansteigt.

Was ist das Besondere an Passivhaus-Fenster?

Fenster stellen den Bezug zur Umwelt her und lassen Licht in die Räume. Darüber hinaus wirken sie wie „passive“ Sonnenkollektoren, die Sonnenenergie ins Haus lassen. Fenster in Passivhäusern sind dreifachverglast und auch die Rahmen sind sehr gut wärmedämmend. Die hochwertigen Fenster lassen im Winter mehr Sonnenenergie in das Gebäude hinein, als sie Wärme nach außen abgeben. Im Sommer steht die Sonne höher, der Großteil der Strahlung wird reflektiert, und die Solareinstrahlung bei Südfenstern ist begrenzt. Deswegen muss die Anordnung der Fenster sinnvoll geplant werden. Größere Glasflächen sollten im günstigsten Fall südorientiert angelegt werden, eine Ost- oder Westorientierung führt zur Überhitzung im Sommer und erfordert deshalb eine sorgfältige Planung und eventuell einen entsprechenden Sonnenschutz.

Lohnt sich eine Lüftungsanlage auch in einem "normalen" Haus?

Sie ist aus bautechnischer Sicht sogar zwingend erforderlich. Neubauten sind inzwischen so luftdicht, dass die notwendige Fensterlüftung, um ein hygienisches Wohnklima aufrecht zu erhalten,  so aufwändig wäre, dass sie in der Praxis nicht umgesetzt wird. Lüftungsanlagen arbeiten mit hocheffizienter Wärmerückgewinnung. Sie saugen die Abluft aus Küche, Bad und gegebenenfalls Räumen mit Geruchsbelästigung (Raucherzimmer) direkt ab. Die darin enthaltene Wärme wird genutzt, um die frische Luft zu erwärmen, die den Wohn- und Schafräumen zugeführt wird.Die Vorteile können Sie genießen:

Ich kann nur in einem kühlen Schlafzimmer schlafen..."

Tatsache ist: Im Schlafzimmer braucht man nachts viel zugeführte unverbrauchte Luft. Bei geschlossenem Fenster steigt im Laufe der Nacht der CO2-Gehalt auf unangenehme Konzentrationen an. Deshalb sind in einem "normalen" Haus die Fenster im Schlafzimmer meist gekippt. Aus dieser Erfahrung heraus setzen viele Menschen "Unverbrauchte Luft" = "Frische Luft" = "Kühle Luft" gleich. Aber frische Luft muss nicht kalt sein, auch wärmere Luft aus der Lüftungsanlage ermöglicht einen erholsamen Schlaf.

Hat ein Passivhaus eine Heizung?

Die noch erforderliche Heizwärme (< 15 kWh/m²a) lässt sich mit jedem traditionellen Heizsystem und jedem Energieträger zuführen. Allerdings sind die Anforderungen an eine Heizung in einem Passivhaus viel geringer als bei einem üblichen Gebäude, so dass sich ein großer Aufwand nicht lohnt.

Eine konventionelle Verteilung der Wärme über Heizkörper ist immer möglich, aber nicht unbedingt notwendig. Im Passivhaus kann die benötigte Heizung auch allein über die Zuluft der Lüftungsanlage zugeführt werden. Der Energiebedarf für die Heizung ist viel geringer als der für das Warmwasser, das ohnehin ganzjährig erzeugt werden muss. Die Wohnraumheizung wird so zum Nebenprodukt der Warmwasserbereitung z.B. über Solaranlagen oder Wärmepumpen.

 

Sind Passivhäuser teurer als herkömmliche Häuser?

Wie bei allen Neubauten gibt es ein breites Kostenspektrum. Die Auswertungen gebauter Passivhausprojekte zeigen, dass heute noch mit einem Mehraufwand von 5 bis 10 Prozent der Investitionskosten gerechnet werden muss.

Mehrkosten beim Passivhaus:

  • Materialkosten für den Dämmstoff
  • Lüftungstechnik mit Wärmerückkgewinnung
  • Sehr hoch dämmende Fenster mit Dreifach-Wärmeschutzverglasung

Minderkosten beim Passivhaus

  • Kaminzüge nicht notwendig
  • keine Heizkörper und dazu zugehörige Technik
  • Heiz- oder Brennstofflagerraum nicht notwendig

Unterhaltungskosten

  • deutlich geringere Unterhaltungskosten für Warmwasser und Heizung
  • keine Kaminkehrerkosten

Um den Mehraufwand abzufangen, werden Passivhäuser gefördert – und ein großer Teil der Zusatzkosten wird bereits innerhalb weniger Jahre durch die laufenden Energiekosteneinsparungen kompensiert.

In der Gesamtbelastung für einen Haushalt können Passivhäuser heute schon kostengünstiger sein als durchschnittliche Neubauten.

Unter dem Strich bleiben der Vorteil der höheren Wohnqualität durch die Lüftung und die Sicherheit gegenüber zukünftigen Energiepreiserhöhungen.

Was sind eigentlich Wärmebrücken?

Wärmebrücken (der Laie spricht auch - physikalisch falsch - von der Kältebrücke) bezeichnet einen Bereich in Bauteilen eines Gebäudes, durch den die Wärme schneller nach außen transportiert wird, als duch die anderen Bauteile z.B. durch Lücken in der Dämmung, Durchdringung der Gebäudehülle durch Leitungen.

Die dabei entstehenden Probleme sind vielfältig:

  • Beeinträchtigung der thermischen Behaglichkeit durch kalte Oberflächen
  • Schimmelbildung
  • Gefährdung der Bausubstanz
  • Erhöhter Energieverbrauch

Die beste Strategie gegen Wärmebrücken sind gewissenhafte und erfahrene Partner im Bereich energie effizientes Bauen.